Blut um Blut

Melodie -

Hermann Löns, 1866-1914

1. Es sang und sang ein Vögelein,
sang von dem Herzgeliebten mein;
ich mußte weinen, als es sang,
dieweil es also traurig klang,
so rot wie Blut, so rot wie Blut,
so rot als wie das Blut.

2. Und als ich in den Wald 'nein kam,
drei Glockenschläge ich vernahm;
da weinte ich zum andernmal
viel bittre Tränen ohne Zahl,
so rot wie Blut, so rot wie Blut,
so rot als wie das Blut.

3. Und als ich kam in den kühlen Grund,
mein Liebster lag auf den Tod verwundt;
da weinte ich wohl ohne End
und rang meine schwanenweiße Händ,
so rot wie Blut, so rot wie Blut,
so rot als wie das Blut.
  4. Das Tüchlein, das ist schlehenweiß,
es trank deinen bittren Todesschweiß;
ich schwenk es nach des Mörders Haus,
und lösche ihm sein Leben aus,
so rot wie Blut, so rot wie Blut,
so rot als wie das Blut.

5. Das Tüchlein schwenk ich in der Hand,
davon wird ihm das Herz verbrannt;
das Tüchlein wehet auf und ab,
ich grabe ihm das Totengrab,
so rot wie Blut, so rot wie Blut,
so rot als wie das Blut.

6. Und wo mein Schatz begraben liegt,
eine weiße Taube zum Himmel fliegt;
und wo der Mörder fand sein Grab,
da fliegt ein Rabe auf und ab,
so rot wie Blut, so rot wie Blut,
so rot als wie das Blut.

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